DSM 7.4 ist da: Was sich für Synology-NAS-Nutzer ändert – und wo Vorsicht geboten ist

Synology hat am 16. Juni 2026 die neue Version 7.4 seines NAS-Betriebssystems DiskStation Manager (DSM) veröffentlicht. Das Update wird schrittweise verteilt und steht daher nicht sofort auf allen Geräten zur Verfügung. Wer ein Synology-NAS als zentralen Datei- oder Backup-Server im Einsatz hat, sollte sich vor der Installation drei Punkte genauer ansehen – denn DSM 7.4 bringt nicht nur neue Funktionen, sondern auch klare Grenzen.

Wichtig: Kein Downgrade mehr möglich

Nach der Installation von DSM 7.4 lässt sich nicht mehr auf eine ältere DSM-Version zurückkehren. Das NAS startet während der Aktualisierung außerdem neu. Bevor Sie das Update auf einem produktiv genutzten System einspielen, empfiehlt sich daher in jedem Fall ein vollständiges Backup – ganz unabhängig davon, wie reibungslos der Hersteller den Ablauf beschreibt.

Diese Modelle erhalten keine großen Updates mehr

Für viele bestehende Installationen ist der wichtigste Punkt gar nicht die Funktionsliste, sondern die Liste der unterstützten Geräte. Mehrere populäre, weit verbreitete Modelle erhalten DSM 7.4 zwar noch, werden danach aber keine weiteren großen Betriebssystem-Upgrades mehr bekommen. Dazu zählen unter anderem:

  • DS918+
  • DS718+
  • DS216+II
  • DS218+

Synology setzt damit eine Linie fort, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits verfolgt hat: Neue DSM-Versionen werden zunehmend auf aktuellere Hardware begrenzt. Wer eines dieser Modelle im Einsatz hat, sollte DSM 7.4 zwar nutzen können, mittelfristig aber über eine Hardware-Erneuerung nachdenken – insbesondere, wenn das NAS sicherheitsrelevante Daten speichert.

Storage Efficiency: Nur mit Synology-eigenen Festplatten

Eine der zentralen neuen Funktionen, die Speichereffizienz-Optimierung („Storage Efficiency"), wird laut Synologys eigenen Angaben nicht unterstützt, wenn der betreffende Speicherpool nicht vollständig aus Synology-eigenen Festplatten besteht. Das betrifft in der Praxis sehr viele Bestandsinstallationen: Synology-NAS-Systeme laufen seit Jahren häufig mit Festplatten von Seagate, Western Digital, Toshiba oder anderen Herstellern. Wer solche Laufwerke produktiv nutzt, bekommt das DSM-7.4-Update zwar, kann die neue Funktion aber nicht ohne Weiteres aktivieren – ein kompletter Festplattenaustausch nur für diese eine Funktion lohnt sich für die meisten Bestandskunden nicht.

Der neue DSM Agent läuft über Microsoft Azure

Mit DSM 7.4 führt Synology außerdem den „DSM Agent" ein, einen KI-gestützten Assistenten, der administrative Aufgaben erleichtern, Fragen beantworten und zentrale DSM-Funktionen verständlicher machen soll. Hier lohnt ein genauer Blick in die Nutzungsbedingungen: Synology weist dort darauf hin, dass der Dienst über KI-Modelle bereitgestellt wird, die auf Microsoft Azure gehostet werden. Die Daten werden laut Synology ausschließlich zur Effizienzsteigerung der Anfragen verwendet.

Für ein Gerät, das in vielen Unternehmen mit sensiblen Firmendaten, Mandanten- oder Bauunterlagen sowie Backups arbeitet, ist das eine wichtige Information: Eine vollständig lokale, rein on-premises laufende KI-Ausführung – wie man sie sich von einem NAS vielleicht wünschen würde – ist der DSM Agent in dieser Form nicht. Wer den Assistenten nutzen möchte, sollte sich bewusst sein, dass dabei Daten das eigene Gerät in Richtung einer Microsoft-Cloud-Infrastruktur verlassen, und das im Rahmen der eigenen DSGVO-Bewertung berücksichtigen.

Was noch fehlt – und noch kommen soll

Auf der DSM-7.4-Produktseite stellt Synology bereits weitere Funktionen für die Zukunft in Aussicht, die zum Start aber noch nicht verfügbar sind: Der DSM Agent soll ab dem dritten Quartal 2026 auch bei der Fehlersuche unterstützen, für das vierte Quartal sind eine semantische Suche in Synology Drive sowie neue Kommunikationswerkzeuge (ChatPlus, Meet) angekündigt.

Unsere Einschätzung

DSM 7.4 ist insgesamt ein sinnvolles, sicherheitsrelevantes Update – aber kein Update, das man blind auf einem produktiv laufenden Bestandssystem einspielen sollte. Prüfen Sie vor der Installation, ob Ihr Modell betroffen ist, ob Ihre Festplattenkonfiguration die neuen Funktionen überhaupt nutzen kann, und ob die Azure-Anbindung des DSM Agent mit Ihren Datenschutzanforderungen vereinbar ist.


Sie betreiben ein Synology-NAS in Ihrem Unternehmen und sind sich nicht sicher, ob ein Update jetzt sinnvoll ist? Wir prüfen für Sie, ob Ihr Modell und Ihre Konfiguration für DSM 7.4 bereit sind, und beraten Sie zur datenschutzkonformen Nutzung neuer KI-Funktionen – für Kunden in Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen und Dortmund.


Quellen:

  • ifun.de, 16.06.2026: „DSM 7.4 für Synology-NAS veröffentlicht: Neue Features, erster KI-Ausblick"
  • Deskmodder.de, 16.06.2026: „Synology DSM 7.4: Storage Efficiency verlangt Synology-HDDs, DSM Agent nutzt Azure-KI"
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